Aleksandr Kapeliush wurde 1999 in St. Petersburg geboren und studierte Regie in Moskau an der GITIS. Mit Ausbruch des Ukraine-Krieges 2022 verließ er Russland und zog nach Tel Aviv, wo er Regie und Theaterpädagogik studierte. 2023 ist er nach Berlin umgezogen, wo er an dem Festival der Antikriegs-Dramatik "Lubimovka" teilgenommen hat. In der Spielzeit 2023/24 war er als Regieassistent am Stadttheater Gießen tätig. Im April 2024 inszenierte er am Stadttheater Gießen den Text von Maya Arad Yasur "Wie man nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten". Während des Regiestudiums an der ADK in Ludwigsburg realisierte er mehrere Projekte — das biografische Stück "das Wetter zuhause. ein Wohnzimmerballett", die Überschreibung Shakespeares "Ein Sommernachtstraum. a", sowie "DIE MÖWE. NEIN UNSINN." nach Anton Tschechow.
"das Wetter zuhause. ein Wohnzimmerballett" wurde zu mehreren Festivals eingeladen, sowie zum Körber Studio Junge Regie (Hamburg), Fast Forward Festival (Dresden) und Festival PREMIERES (Straßburg).
Im November 2025 inszenierte er das Stück "Triage" von Maya Arad Yasur am Stadttheater Gießen als sein Abschlussprojekt.
Seine Arbeiten kreisen um Themen wie Identität, Flucht, Multikulturalität, Queerness und Selbstfindung. Er interessiert sich für moderne Texte und Neuinterpretationen klassischer Stoffe, für verletzliche, nahbare Figuren und für tragikomische Situationen, in denen nicht eindeutig ist, ob man lachen oder weinen soll.
In der Arbeit mit Schauspieler*innen erforscht er die Mischung aus Groteske und psychologischem Theater. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit einer heutigen, lebendigen Annäherung an das Stanislawski-System. Besonders fasziniert ihn in jedem Stoff die Suche nach der Musikalität der Dialoge und ihrem Zusammenspiel mit dem Soundscape der Inszenierung.
Zurzeit wohnt Aleksandr in Stuttgart.